Diagnose Wirbelbruch der Brust- und Lendenwirbelsäule
Behandlung einer Wirbelkörperfraktur. Erfahren Sie hier näheres über Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Rehabilitation.
Wirbelkörperfrakturen der Brust- und Lendenwirbelsäule (BWS & LWS) treten häufig als Folge von Stürzen, Unfällen oder durch Osteoporose bedingten Knochenschwund auf. Neben akuten Verletzungen können auch bestehende Erkrankungen oder frühere Wirbelsäulenoperationen die Stabilität der Wirbel beeinträchtigen und das Risiko für Brüche erhöhen. Diese Frakturen sind oft mit starken Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit verbunden.
In der ATOS Klinik Wiesbaden verfügen wir über umfassende Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Wirbelkörperbrüchen. Unser Anspruch ist es, für jeden Patienten eine individuell abgestimmte und möglichst schonende Therapie zu finden. Durch den Einsatz minimalinvasiver Verfahren, wie der perkutanen Stabilisierungstechnik, kann die Wirbelsäule gezielt behandelt werden, während das umliegende Gewebe geschont wird. Dadurch wird der Heilungsprozess gefördert und die Mobilität schneller wiederhergestellt.
Wirbelbrüche können durch unterschiedliche Mechanismen entstehen:
- Traumatische Frakturen: Hohe Krafteinwirkungen, z. B. durch Stürze aus großer Höhe, Verkehrsunfälle oder Sportverletzungen, können zu Wirbelbrüchen führen.
- Osteoporotische Frakturen: Durch Knochenschwund verlieren die Wirbelkörper an Stabilität und können bereits bei geringen Belastungen oder sogar spontan brechen.
- Pathologische Frakturen: Bei Tumorerkrankungen oder Metastasen in der Wirbelsäule kann die Knochenstruktur so geschwächt sein, dass eine Fraktur ohne äußere Krafteinwirkung entsteht.
- Postoperative Frakturen: Nach vorangegangenen Eingriffen an der Wirbelsäule, insbesondere nach Versteifungsoperationen, kann es zu Überlastungen angrenzender Segmente kommen, die das Risiko für Frakturen erhöhen.
Das klinische Bild einer Wirbelkörperfraktur ist stark abhängig vom Schweregrad und der Lokalisation des Bruchs. Typische Symptome sind:
- Akute, belastungsabhängige Rückenschmerzen, die meist im Bereich der BWS oder LWS lokalisiert sind.
- Bewegungseinschränkungen und Schmerzverstärkung bei Belastung.
- Ausstrahlende Schmerzen in Bauch, Brustkorb oder Beine, je nach betroffener Region.
- Haltungsveränderungen, insbesondere bei osteoporotischen Frakturen, kann es zu einem Rundrücken (Hyperkyphose) kommen.
- Neurologische Ausfälle: Bei schweren Frakturen mit Beteiligung des Spinalkanals können Lähmungen, Sensibilitätsstörungen oder Störungen der Blasen- und Darmfunktion auftreten.
Eine schnelle und präzise Diagnose ist entscheidend, um schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden und eine gezielte Therapie einzuleiten.
Für eine präzise Diagnosestellung stehen modernste bildgebende Verfahren zur Verfügung, die eine exakte Beurteilung des Frakturverlaufs ermöglichen.
- Röntgen ermöglicht eine erste Beurteilung der Wirbelsäulenstruktur und zeigt Frakturen, Keilwirbelbildungen oder Fehlstellungen.
- Magnetresonanztomografie (MRT) wird eingesetzt, um begleitende Weichteilschäden, Nervenbeteiligungen oder Knochenmarksödeme zu identifizieren.
- Digitale Volumentomografie (DVT) oder Computertomografie (CT) helfen, den Bruchverlauf und mögliche Instabilitäten exakt zu analysieren.
Eine frühzeitige Diagnostik ist essenziell, um die beste Behandlungsstrategie zu planen.
Nicht jede Fraktur muss operativ behandelt werden. Stabile Frakturen, bei denen keine neurologischen Beeinträchtigungen oder ausgeprägte Fehlstellungen bestehen, können häufig konservativ therapiert werden.
Zu den Maßnahmen gehören:
- Ruhigstellung & Schmerztherapie: Gezielte medikamentöse Behandlung zur Linderung der Beschwerden.
- Physiotherapie & Bewegungsaufbau: Mobilisierung zur Vermeidung von Muskelabbau und Schonhaltungen.
- Tragen eines individuell angepassten Korsetts oder Mieders zur temporären Stabilisierung. Bei Bedarf kann in unserer orthopädischen Werkstatt vor Ort eine individuell angepasste Orthese oder ein Mieder zur Stabilisierung der Wirbelsäule maßgefertigt werden.
Bei osteoporotischen Frakturen wird zusätzlich eine spezielle Osteoporosetherapie empfohlen, um die Knochendichte zu verbessern und weiteren Brüchen vorzubeugen.
Bei instabilen Frakturen, starken Schmerzen oder neurologischen Symptomen kann eine operative Stabilisierung erforderlich sein. In der ATOS Klinik Wiesbaden setzen wir auf minimalinvasive, gewebeschonende Verfahren, um den Heilungsprozess zu beschleunigen und die Mobilität der Patienten schnell wiederherzustellen. Die modernen perkutanen minimalinvasiven Verfahren ermöglichen eine gewebeschonende Stabilisierung von Wirbelkörperfrakturen, ohne dass große Hautschnitte notwendig sind. Besonders bei osteoporotischen Brüchen oder stabilen Frakturen ist es möglich, den betroffenen Bereich minimalinvasiv zu behandeln und die Patienten schnell wieder zu mobilisieren.
Eine häufig eingesetzte Methode ist die Kyphoplastie, die vor allem bei osteoporotischen Frakturen angewandt wird. Dabei wird ein kleiner Ballon in den eingebrochenen Wirbelkörper eingeführt und vorsichtig aufgedehnt, um den ursprünglichen Höhenverlust des Wirbels zu korrigieren. Anschließend wird der entstandene Hohlraum mit einem speziellen biokompatiblen Knochenzement aufgefüllt. Dies sorgt für eine sofortige Schmerzlinderung und erhöht die Stabilität des Wirbelkörpers, ohne dass eine größere Operation erforderlich ist. Die Patienten profitieren von einem geringen Eingriffsrisiko und einer schnellen Mobilisierung, oft schon wenige Stunden nach dem Eingriff. Falls eine zusätzliche Stabilisierung notwendig ist, können perkutane Schrauben-Stab-Systeme eingesetzt werden, um die betroffenen Wirbelkörper zu sichern, ohne dabei umliegendes Gewebe unnötig zu belasten. In vielen Fällen ist es möglich, die Beweglichkeit der Wirbelsäule zu erhalten, ohne eine Fusion durchzuführen.
Dank der minimalinvasiven Techniken kann die OP-Dauer erheblich verkürzt werden. Die Patienten profitieren von weniger postoperativen Schmerzen, einem geringeren Infektionsrisiko und einer schnelleren Rückkehr in den Alltag.
Die Dauer der Rehabilitation hängt von der Art der Fraktur und der gewählten Behandlungsmethode ab. Nach einem minimalinvasiven Eingriff sind die Patienten in der Regel schnell wieder mobil, da die Schonungsphase deutlich kürzer ausfällt als bei offenen Operationen. Eine frühzeitige Physiotherapie hilft, die Rückenmuskulatur zu kräftigen und Fehlhaltungen zu vermeiden, die durch eine Schonhaltung entstehen können.
Falls eine konservative Therapie oder eine größere Stabilisierung durchgeführt wurde, wird ein individuelles Rehabilitationsprogramm erstellt. Dies umfasst gezieltes Muskelaufbautraining, um die Wirbelsäule zu entlasten, sowie schonende Bewegungsübungen, um eine Überlastung zu vermeiden. Besonders wichtig ist eine ergonomische Schulung, damit zukünftige Fehlbelastungen vermieden werden. Bei osteoporotisch bedingten Frakturen wird zudem eine gezielte Osteoporosetherapie empfohlen, um weitere Wirbelbrüche zu verhindern.
Das Ziel der Behandlung ist eine möglichst schnelle Wiederherstellung der Mobilität mit minimalen Einschränkungen und einer maximalen Stabilität der Wirbelsäule, sodass die Patienten wieder schmerzfrei und aktiv am Alltag teilnehmen können. Unsere Experten der ATOS Klinik Wiesbaden stehen Ihnen mit modernster Diagnostik und schonenden Therapiemethoden zur Seite. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin, um Ihre Beschwerden gezielt zu behandeln.
Alle unsere Ärzte zeichnen sich durch langjährige Erfahrung aus. Finden Sie hier Ihren Spezialisten und vereinbaren Sie einen Termin.
Prof. Dr. med.
Basem Ishak
Chefarzt für Neurochirurgie
Zertifizierter Wirbelsäulenspezialist (Deutschland/Europa)
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