Stuttgarter Nachrichten: Tipps & Tricks zu Hüfte & Rücken

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Hüfte & Rücken - unsere Stuttgarter Experten und die Kurztipps aus den Stuttgarter Nachrichten...

Ermüdungsbrüche des Kreuzbeins

von Dr. med. Kais Abu Nahleh, Spezialist für Wirbelsäulenchirurgie in der ATOS Klinik Stuttgart

Brüche im Bereich des Beckens treten klassischerweise bei Einwirkung einer hohen mechanischen Energie, z.B. im Rahmen von Verkehrsunfällen oder Stürzen aus großer Höhe, auf. Demgegenüber kann es jedoch bei einer verminderten Knochenqualität, beispielsweise infolge einer Osteoporose, auch ohne größeres Unfallereignis zu einem Bruch des Beckens kommen. Manchmal passiert dies auch ganz ohne Unfall- oder Sturzereignis. Dann klagen die Betroffenen über „plötzlich, wie aus heiterem Himmel gekommene“, tiefsitzende Kreuzschmerzen. Diese sogenannten Insuffizienzfrakturen (Ermüdungsbrüche oder Stressfrakturen) treten am Beckenring hinten, meist am Kreuzbein auf. Dieser Bereich dient dazu die Kräfte beim Stehen und Gehen von den Beinen über die Hüftgelenke in die Wirbelsäule, als zentrales Stützorgan unseres Rumpfes, abzuleiten. In vielen Fällen sind die Beschwerden so ausgeprägt, dass das Gehen und Stehen daher deutlich eingeschränkt ist. Einige Patienten sind durch die Beschwerden regelrecht ans Bett gefesselt.
Im Gegensatz zum eingangs beschriebenen Beckenbruch beim knochengesunden Menschen im Rahmen z.B. eines Verkehrsunfalles, ist es gar nicht so leicht einen Ermüdungsbruch des Beckens zu erkennen. Rückenbeschwerden sind in der betroffenen Bevölkerung weit verbreitet, der Bruch ist auf Röntgenaufnahmen meist gar nicht und im Computertomogramm (CT) oft nur schwer zu identifizieren. Mit der Magnetresonanztomographie (MRT) lassen sich dagegen Ermüdungsbrüche im Beckenbereich sicher diagnostizieren. Behandelt werden Insuffizienzfrakturen meist konservativ mit Schmerzmitteln und zeitweiliger Schonung. Sollte die Mobilisation durch die Beschwerden deutlich beeinträchtigt sein, sind die Betroffenen durch längerdauernde Bettruhe gefährdet, eine Komplikation wie beispielsweise die Bildung eines Blutgerinnsels in den Beingefäßen (Thrombose) mit möglicher Wanderung in die Lunge (Lungenembolie) oder eine Lungenentzündung, zu erleiden. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit über eine minimal-invasive Beckenstabilisierung die Belastbarkeit sofort wieder zu normalisieren und die Mobilisation zu ermöglichen. Nach Abheilung des Bruches (nach ca. 6-9 Monaten) können zuvor eingebrachte Implantate wieder entfernt werden. In jedem Fall sollte eine zugrundeliegende Osteoporose entsprechend den aktuellen Leitlinien behandelt werden.

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Wenn die Hüfte schmerzt
von PD Dr. med. Bernhard Clasbrummel, Spezialist für Hüftgelenkschirurgie in der ATOS Klinik Stuttgart

Ein gutes und freies Leben ohne dauernde Schmerzen bedeutet für viele Menschen Glück und Zufriedenheit. Dies kann man erst richtig schätzen, wenn man eine längere Zeit Schmerzen hatte. Starke Gelenkschmerzen und ein Verlust an Mobilität können missmutig und mürbe machen. Die Ursache von Hüftgelenksschmerzen ist meistens Gelenkverschleiß (Arthrose). Die fortgeschrittene Hüftgelenksarthrose verursacht täglich Schmerzen, etwa nach dem Aufstehen, bei der Arbeit oder beim Wandern. Auch nachts sind Schmerzen möglich. Andere Ursachen für Hüftschmerzen sind unter anderem
Gelenkbeschwerden im Rahmen einer Virusinfektion, Fehlstellungen oder rheumatologische Erkrankungen. Die Diagnostik bei Betroffenen besteht aus einer genauen Befragung zu den Beschwerden, einer körperlichen Untersuchung und dem Einsatz bildgebender Verfahren (Röntgen oder Kernspintomografie). Eine Zusammenschau der Beschwerden und Befunde bildet die Grundlage für die Therapieempfehlung. Je nach Beschwerdebild und Anspruch an die eigene Lebensführung, können nichtoperative und operative Möglichkeiten erwogen werden. Zu den nichtoperativen Möglichkeiten zählen: Physiotherapie mit Dehnungen und Muskelkräftigung, unterstützt durch eigene sanfte Bewegungen wie Radfahren oder Gehen. Ärztlich können Akupunktur, Schmerzmittel oder Infiltrationen mit Hyaluronsäure Linderung bringen. Sind diese Maßnahmen ausgeschöpft und liegt im Röntgenbild eine Arthrose vor, kann die Implantation einer Prothese empfohlen werden. Der Erfolg einer prothetischen Gelenkversorgung hängt stark ab vom Operateur, von der angewendeten Operationstechnik und der Rehabilitation. In der Regel können Patienten wenige Stunden nach der Operation das Bein voll belasten und beginnen am Tag nach der Operation mit Übungen zum Treppensteigen. Nach zwei bis fünf Tagen in der Klinik folgt eine Rehabilitation ambulant Zuhause oder stationär in einer Rehaklinik.

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Bandscheibenvorfall: Was muss man wissen?
von Dr. med. Hassan Allouch, Spezialist für Wirbelsäulenchirurgie in der ATOS Klinik Stuttgart

Circa 70% der Erwachsenenbevölkerung in Deutschland erleiden innerhalb eines Jahres eine Episode von Rückenschmerzen. Oft werden, auch mit modernster bildgebender Diagnostik, keine Ursachen für die Rückenschmerzen gefunden. Manchmal lässt sich jedoch ein Bandscheibenvorfall (Durchbruch des Gallertkerns einer Bandscheibe durch ihren Faserring. Folge: möglicher Druck auf Nervenstrukturen, was zu Schmerzen in Armen oder Beinen führen kann) nachweisen. Am häufigsten treten Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule, gefolgt von der Halswirbelsäule auf. Die Brustwirbelsäule ist nur selten betroffen. Liegen keine Warnzeichen vor, sollte ein Bandscheibenvorfall immer erstmal konservativ behandelt werden. Dies geschieht mittels schmerzlindernder Medikamente, Physiotherapie, Wärme etc. Demgegenüber gibt es Alarmzeichen, die eine zügige ärztliche Abklärung benötigen. Dies sind neurologische Ausfälle, wie Lähmungserscheinungen, also Schwäche der Muskulatur im Bereich der Arme und Beine, Urin- oder Stuhlinkontinenz. In solchen Fällen sollte eine Indikation zur zügigen Operation überprüft werden. In der Regel erfolgt dann, unter Zuhilfenahme eines Mikroskops oder Endoskops, nur die Entfernung des ausgetretenen Bandscheibenmaterials, das auf den Nerv drückt, die Bandscheibe als solches wird möglichst erhalten. Sollte zusätzlich zum Bandscheibenvorfall eine Überbeweglichkeit der betroffenen Wirbel zueinander bestehen, kann eine stabilisierende Operation notwendig werden. Zur Prävention von Bandscheibenschäden sollte man sich im Alltag, Beruf und Sport möglichst rückengerecht verhalten. Den größten Stellenwert hat regelmäßige Bewegung sowie der häufige Wechsel zwischen Sitzen, Stehen und Gehen.

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