Diagnose Krallenzehe

Behandlung von Krallenzehen. Erfahren Sie hier näheres über Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Rehabilitation.

Krallenzehen sind meist die Folge einer Funktionsstörung des gesamten Fußes. Es handelt sich um schmerzhafte Verkrümmungen der Zehen, die mit dem Alter oft zunehmen. An den betroffenen Zehen treten Schwielen und teilweise offene Entzündungen auf. Die Krallenzehe ist eine häufige Zehenfehlstellung. 

Die Kleinzehe besitzt drei Gelenke: das Grundgelenk, das Zehenmittelgelenk (PIP-Gelenk) und das Zehenendgelenk (DIP-Gelenk). Bei einer Krallenzehe liegt eine krankhafte Überstreckung im Grundgelenk und eine vermehrt Beugestellung im Zehenmittel- und endgelenk vor. Bei dieser Form der Fehlstellung ist die Kleinzehe ähnlich einer Kralle bei Tieren gebogen. Die Krallenzehe entsteht im Laufe des Lebens meist in Kombination mit anderen Fehlstellungen wie dem Spreizfuß oder dem Hallux valgus.  

Als Krallenzehe Ursache werden übergeordnete Fußdeformitäten, Lähmungen, Nervenkrankheiten oder auch ungeeignetes Schuhwerk genannt. 

Schon vom ästhetischen Standpunkt ist die Krallenzehe problematisch. Klinische Beschwerden treten oft durch Druckstellen auf, da der gekrümmte Zeh nicht mehr ohne Probleme in den Schuh passt. Es entstehen Schwielen und Druckstellen (Hühneraugen) an besonders hervorstehenden Stellen. Zudem kann es in diesen Bereich zu Schmerzen und Entzündungen kommen. Die Erkrankung nimmt stets einen fortschreitenden Verlauf, sodass sich die Zehe immer stärker krümmt und versteift. 

Die Diagnose auf Krallenzehe kann bereits mit der Sichtung und körperlichen Untersuchung gestellt werden. Eine Röntgenaufnahme zeigt dann neben der Ausprägung der Verformung auch die Stellung der Gelenkflächen zueinander. Da die Krallenzehe meist eine Folgeerkrankung durch andere Fehlstellungen ist, sollte der Fuß beziehungsweise die Erkrankung des gesamten Fußes begutachtet und anhand der Diagnose entsprechende Therapiemaßnahmen geplant und eingeleitet werden.  

Ist die Krallenzehe noch nicht steif, kann eine konservative Therapie Symptome lindern und eine Verschlimmerung versuchen zu vermeiden. Für diese Behandlung bieten sich verschieden Maßnahmen an. Dazu gehören spezielle, maßgefertigte Schuheinlagen, Zügelverbände und eine Krallenzehen Schiene. Übungen zur Förderung der Beweglichkeit der Zehen sowie die Symptombehandlung der Druckstellen ergänzen die Therapie. 

Schreitet die Deformität der Krallenzehe weiter fort, kann eine Operation erfolgen. Hierbei wird eine dauerhafte Korrektur der Fehlstellung angestrebt. Nach einer Operation tragen die Patientinnen und Patienten einen Spezialschuh, in dem sie den Fuß direkt wieder belasten können. Folgende Techniken werden in der ATOS Viktoria Klinik Bochum angewandt:

  • Sehnenverlagerung

Dieser Weichteileingriff wird durchgeführt, solange die Zehe noch beweglich ist. Die Zehenbeugesehne wird auf die Streckseite der Zehe verlagert. 

  • OP nach Hohmann

Hier erfolgt eine Teilentfernung des fehlgestellten Gelenks mit Ausdehnung durch eine Korrektur der verkürzten Beugesehne. 

  • Stabilisierung

Sind die Zehengelenke bereits zerstört, wird durch Stabilisierung mithilfe eines Spezialimplantats die schmerzhafte Fehlstellung behoben. 

In der Regel dauert der Klinikaufenthalt abhängig vom durchgeführten Verfahren etwa drei bis fünf Tage, wenn er nicht sogar ambulant durchgeführt werden kann. Nach der OP erhalten die Patientinnen und Patienten einen Spezialschuh, durch den eine Belastung des Fußes möglich ist. Nach einigen Wochen wird dieser nicht mehr benötigt und es kann wieder normales Schuhwerk getragen werden. 

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Dr. med. Antonio Kos

Dr. med.

Antonio Kos

Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie

Dr. med. Joachim Schubert

Dr. med.

Joachim Schubert

Leiter der Privatpraxis für Sportmedizin, Orthopädie und Präventivmedizin