Mythos Sportverletzungen

Sportverletzungen in den ATOS Kliniken

Regelmäßige, sportliche Betätigung, birgt die Gefahr größere und kleinere Verletzungen zu erleiden. Wenn unmittelbare Ereignisse wie Stürze, Kollisionen, Verstauchungen oder Luxationen die Sportverletzung verursacht, spricht der Fachmann vom „Sporttrauma“. Auch  zu intensive Belastungen können zu Sportverletzungen führen - beispielsweise aufgrund von übermäßigem Training oder falscher Bewegung. Diese bezeichnet der Spezialist als „Überlastungsschäden“. Die in diesem „SportverLexikon“ dargestellten Verletzungsbilder sind typische Sportverletzungen. Sie lernen wie sie auftreten, wie sie behandelt werden und noch besser zu vermeiden sind.

In unseren bundesweiten Standorten der ATOS Klinik finden Sie einen geeigneten Spezialisten und Sportverletzungsarzt. Die spezialisierten Ärzte behandeln Beschwerden des gesamten Bewegungsapparats – prämierte Spitzenmedizin mit Spitzenservice. ATOS – immer besser als erwartet... 

Kennen Sie das auch? Sie hören Sportnachrichten und es ist plötzlich von einer seltsam (aber harmlos) klingendenVerletzung die Rede. Man nimmt dann verwundert zur Kenntnis, dass die/der Sportler/in wochenlang ausfallen wird, und weiss aber nicht so genau, um was sich dabei wohl handelt... Wir erklären in dieser Serie die nächsten Wochen lang mysteriöse Sportverletzungen!

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Syndesmoseriss Behandlung

Die Syndesmose stellt eine Verbindung zwischen zwei Knochen dar und besteht selbst aus Bindegewebe. Sie findet sich beispielsweise am oberen Sprunggelenk, aber auch im Bereich des Ellenbogens. Die Syndesmose wird auch als unechtes Gelenk bezeichnet. Reißt diese Verbindung zwischen zwei Knochen, spricht man von einem Syndesmoseriss. Dabei kann das Gewebe sowohl zerreißen als auch vom Knochen abreißen. Das Sprunggelenk wird außerdem vom vorderen und hinteren Syndesmoseband stabilisiert. Bei einer Ruptur (=Riss) verliert das Gelenk seinen Halt und ist überbeweglich.

Die Syndesmoseruptur ist im Rahmen einer Drehverletzung üblich. Beispielsweise, wenn starke Gewalt von außen auf das Sprunggelenk einwirkt, während es sich in der Drehung befindet. Die Verletzung tritt manchmal auch beim Umknicken auf, wobei auch hier meistens das Gelenk zumindest leicht verdreht sein muss. Das Wadenbein wird dann häufig vom Schienbein abgespreizt. Als Sportverletzung findet man sie daher oft bei dynamischen Kontaktsportarten wie Fußball, Handball oder Judo sowie im Hockey.

Der Syndesmoseriss macht sich als druckschmerzhafte Schwellung oberhalb des Sprunggelenks bemerkbar. Er ist grundsätzlich die Folge eines Unfalls, weshalb die Ursache in der Regel eine Verletzung ist. Dadurch übersieht der Orthopäde allerdings oft den Riss. Im Röntgenbild ist die Ruptur nämlich nicht zu erkennen. Zunächst einmal hat der Betroffene in der Regel starke Schmerzen und Schwellungen. Klingen diese ab, kann sich die Ruptur längerfristig durch eine Überbeweglichkeit im Gelenk bemerkbar machen. Im weiteren Verlauf sind auch Abnutzungserscheinungen möglich.

In der Regel entsteht der Syndesmoseriss aufgrund eines Unfalls. Davon ausgehend untersucht ein Orthopäde die schmerzhafte Stelle genau und rekonstruiert den Vorgang. Kann ein Patient den Bewegungsablauf genau beschreiben, erhält der Arzt wertvolle Hinweise, welche Bänder, Knochen und Gelenke in Mitleidenschaft gezogen wurden. Um den Verdacht auf diese häufige Sportverletzung zu sichern, wird anschließend ein Bild im Kernspintomographen angefertigt. Bestätigt sich dann die Syndesmoseruptur, muss die Entscheidung zwischen einer Behandlung mit oder ohne Operation getroffen werden. Ohne Operation wird der Bereich ruhig gestellt, das heißt es wird eine Bandage oder manchmal sogar ein Gips angelegt. Für das Sprunggelenk gibt es auch spezielle Schuhe oder Schienen, wobei das Gelenk in eine Rechtwinkelstellung oder leichte Spitzfußstellung gebracht wird. Eine Operation wird nötig, wenn die betroffene Körperzone stark instabil ist und sich im Falle des Sprungsgelenks das Waden- und Schienbein weiter bewegen können, als es eigentlich üblich ist. Sind gleichzeitig das vordere und hintere Syndesmoseband des Sprunggelenkes verletzt, ist eine Operation fast immer notwendig. Dem Patienten wird dann eine Art Stellschraube implantiert, um die Syndesmose zu entlasten und die Heilung zu unterstützen.

Damit die Ruptur heilen kann, muss das Sprunggelenk komplett entlastet werden. Selbes gilt natürlich auch für eine solche Verletzung an anderen Körperstellen wie dem Ellenbogen. Die Ruhigstellung dauert im Normalfall sechs Wochen. Danach gilt es, die betroffene Stelle wieder sorgsam aufzutrainieren. Nach der Ruhephase kann daher Krankengymnastik notwendig werden. Hierzu wird das Gelenk zunächst mobilisiert und im Anschluss mit gezielten Übungen angesprochen.

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Schambeinentzündung Behandlung

Der Orthopäde nennt die Schambeinentzündung auch Osteitis pubis oder Ostitis pubis. Verbreiteter ist der Begriff Pubalgia. Wie der Name es schon sagt, handelt es sich um eine Entzündung im Bereich des Schambeins. Dabei bildet die Schambeinfuge die Stelle, wo die rechte und die linke Beckenhälfte zusammen laufen. Diese Bereiche des Beckens werden auch Schambeine genannt. Vorne sind sie mit Faserknorpel verbunden. Wenn von einer Schambeinentzündung gesprochen wird, ist normalerweise die Entzündung der Schambeinfuge gemeint. Sie ist in der Regel die Folge starker Belastungen und kann somit als typische Sportverletzung betrachtet werden.

Die Entzündung wird normalerweise nicht durch eine Infektion hervorgerufen. Sie hat somit nichts mit einer Blasenentzündung zu tun, wie viele häufig vermuten. Es handelt sich vielmehr um eine Sportverletzung. Insbesondere Leistungssportler im Fußball sind oft betroffen. Die Ursache liegt in der Regel bei einer Überbeanspruchung. Durch ständige Bewegung wird die Schambeinfuge stark gereizt. Das kann durch angeborene Instabilitäten oder Fehlstellungen begünstigt werden. Auch wenn oft Leistungssportler betroffen sind, nimmt die Erkrankung auch in der normalen Bevölkerung zu. Hier hat sie allerdings oft ihre Ursache in muskulären Dysbalancen, zum Beispiel durch langes Sitzen.

In der Regel zeigen sich starke Schmerzen beim Gehen oder Treppensteigen. Auch im Einbeinstand ist der Schmerz oft zu spüren. Die Beschwerden können auf den Bereich der Schambeinfuge oder der Schambeinäste begrenzt sein, aber auch in andere Regionen wie die Leiste und die Hüfte ausstrahlen. Unter Belastung nehmen die Schmerzen normalweise zu. Manchmal sind sie auch im Unterbauch zu spüren. Ebenso kann die Beweglichkeit der Hüftgelenke eingeschränkt sein. 

Der Orthopäde tastet den Patienten ab. Dabei zeigt derjenige einen typischen Druckschmerz oberhalb der Schambeinfuge und der Schambeinäste. Es ist relativ anspruchsvoll, die Entzündung von anderen Krankheiten abzugrenzen. In der Regel versucht der Arzt daher, andere Erkrankungen auszuschließen. Um sicher zu gehen, dass es sich um eine Schambeinentzündung handelt, können unter Betäubung bildgebende Verfahren angewendet werden. Bei einer chronischen Überbelastung bildet sich sogenanntes Granulationsgewebe. Dieses kann beim Röntgen oder im MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) erkannt werden. Im Zuge der Behandlung nimmt der Patient oft Entzündungshemmer ein. Ebenso sind physiotherapeutische Übungen sehr hilfreich. Bei Leistungssportlern wird manchmal sogar eine Operation durchgeführt, bei der das betroffene Gewebe ausgeschabt wird.

Die Entzündung kann zu längeren Trainings- und Wettkampfpausen führen. Die Schmerzen reichen dann oft bis zu den unteren Bauchmuskeln bzw. der Beckenbodenmuskulatur. Hier muss der Betroffene mindestens so lange pausieren, bis die Schmerzen abgeklungen sind. Patienten berichten von einer Dauer zwischen drei und fünf Wochen. Leider kann der Heilungsverlauf auch deutlich langwieriger sein. So lange Schmerzen spürbar sind, sollte der genaue Trainingsplan mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten abgesprochen werden. Schonende Übungen können beispielsweise den Heilungsprozess unterstützen.

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Läuferknie Behandlung

Das Läuferknie wird auch Ilio-tibiales Bandsyndrom (ITBS) oder Tractussyndrom genannt. Dabei handelt es sich um ein verbreitetes Schmerzsyndrom, das aufgrund einer Überbeanspruchung auftritt. Dabei hat es selten eine ganz bestimmte Ursache, denn in der Regel summieren sich viele Faktoren zusammen.

Ganz dem Namen entsprechend tritt ITBS besonders häufig bei Läufern auf. Die grundlegende Ursache ist eine dauerhafte Belastung der Beine. Sie kommt deswegen auch oft bei Radfahrern vor. Neigt man zudem zu X- oder O-Beinen oder hat man eine Fußfehlstellung, kann das Läuferknie verstärkt auftreten. Zudem wird das Schmerzsyndrom durch methodische Fehler beim Training begünstigt, weshalb es eine klassische Sportverletzung ist. Langes Laufen auf abschüssigen Straßen, eine zu schnelle Steigerung der Intensität oder zu schnelle Trainingseinheiten werden als Faktoren verantwortlich gemacht.

Es kommt in erster Linie zu starken, stechenden Schmerzen. Diese führen häufig dazu, dass das Laufen unmöglich wird. Zu Beginn fallen die Schmerzen nur beim längeren Training oder Treppensteigen auf. Im Anschluss kommen sie auch beim normalen Gehen. In der Regel fühlen die Betroffenen den Schmerz direkt im Knie oder an den Außenseiten. Diese sind zum Beispiel bei einem Sturz oder einem Fehltritt ins Leere zu spüren. Es kommt nur sehr selten zu Rötungen oder Schwellungen, in der Regel ist die Sportverletzung von außen nicht zu sehen. 

Der Orthopäde sollte von den Trainingsgewohnheiten des Betroffenen wissen. So kann der Arzt bewerten, ob eine Überbelastung der betroffenen Bereiche wahrscheinlich ist. Zudem sollten die Symptome genau geschildert werden. Grundsätzlich ist das ITBS recht leicht zu erkennen. Der Orthopäde tastet den Bereich ab. Dabei zeigt ein bestimmter Muskel, der Tractus iliotibialis über dem Oberschenkelknochen, besondere Schmerzen. So sind für eine Diagnose weder Röntgen noch MRT nötig. Sobald akute Schmerzen auftreten, kann versucht werden, mit Eisbeuteln zu kühlen. Außerdem zeigen hier auch entzündungshemmende Salben Wirkung. In der Regel sollte eine Trainingspause eingelegt werden. Um ein erneutes Auftreten zu unterbinden, kann Physiotherapie hilfreich sein. Mit Hilfe sogenannter myofaszialer Techniken werden Bindegewebe und Muskulatur im Heilverlauf unterstützt. Zudem werden Lockerungsübungen für das betroffene Bein als angenehm empfunden.

Bei entsprechender Schonung des betroffenen Gelenks, heilt das Syndrom in der Regel innerhalb von sechs bis acht Wochen aus. Wird das Knie zu früh wieder belastet, kann das zu einem Teufelskreis führen: das Schmerzsyndrom tritt immer wieder auf. Der Orthopäde rät bei einer Beinfehlstellung häufig zusätzlich zu speziell angepassten Einlagen. In besonders schweren Fällen kann die Gabe von Cortison erfolgen, um die Entzündung im Gelenk zu hemmen. Dabei sollte Rücksprache mit dem Arzt oder Therapeuten gehalten werden, wann der richtige Zeitpunkt ist, um wieder mit dem Training zu beginnen.

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Muskefaserriss Behandlung

Bei dem Muskelfaserriss handelt es sich um eine Sportverletzung, bei der es durch starke Belastung zum Zerreißen von Muskelgewebe kommt. Die Muskelzerrung, der Muskelfaserriss sowie der Muskelriss beruhen auf dem selben Prinzip, wie es zu der jeweiligen Verletzung kommt. Sie unterscheiden sich lediglich durch das Ausmaß der Schädigung. Reißen mehrere Faserbündel im Muskel spricht man von einem Faserriss. 

Häufig sind die Waden- und Oberschenkelmuskulatur von dem Faserriss betroffen. Er tritt häufig bei Sportarten mit starker Muskelbelastung auf. Dazu zählen beispielsweise Fußball oder Tennis. Der Riss mehrerer Faserbündel tritt unvorhergesehen auf. In der Regel steht der betroffene Bereich gerade unter starker Anspannung oder wird schnell und explosionsartig bewegt. Ebenso wird unter Medizinern diskutiert, ob ein Faserriss schnell auftritt, wenn bei einer bestehenden Muskelzerrung ohne Rücksicht auf die Schädigung weiter trainiert wird.

Direkt nach einer Belastung ist ein extrem starker, stechender Schmerz im Muskelgewebe zu spüren. Außerdem lässt sich der betroffene Muskel nicht mehr belasten. Sportler mit einem Riss in den Beinen können dann beispielsweise nicht mehr ohne Unterstützung gehen. Betroffene beschreiben den auftretenden Schmerz wie Nadel- bzw. Messerstiche, manchmal sogar wie Peitschenhiebe. Im Gegensatz zur Zerrung lässt sich eine Veränderung in der Struktur des Muskels erkennen. Bei einem Muskelfaserriss kommt es zum wörtlichen Auseinanderreißen von Zellen. Ebenso ist eine Einblutung in das Gewebe erkennbar. Als Sofortmaßnahme während dem Sport sollte Bewegung unverzüglich unterlassen werden. 

Mit einer Beschreibung, unter welchen sportlichen Belastungen es zu dem Riss kam, kann der Orthopäde die Sportverletzung relativ leicht von anderen unterscheiden. Er tastet die betroffene Region ab, was meist recht schmerzhaft für den Patienten ist. Bei einem oberflächlichen Riss lässt sich manchmal sogar die Einblutung von außen erkennen. Der Orthopäde muss die Verletzung von anderen Erkrankungen wie einer Baker-Zsyte oder einem Sehnenriss abgrenzen, weil sich die Behandlung unterscheidet. Sicherheit gibt hier zum Beispiel die Untersuchung im MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie). Im Vordergrund stehen das Schonen des betroffenen Körperbereichs und die Behandlung der Schmerzen. Das Bein sollte hoch gelagert werden. Ergänzend können hierzu Maßnahmen der physikalischen Therapie ergriffen werden. Normalerweise heilt ein Faserriss auch ohne spezielle Behandlung, wenn er geschont wird.

In der Regel heilt die Sportverletzung folgenlos aus. Der Verlauf dauert aber sehr lange. Grundsätzlich gilt: Je schneller der Faserriss behandelt wurde, desto kürzer ist die Behandlungsdauer. Kommt es also zum Faserriss eines Muskels, sollte schnell gehandelt werden (z.B. durch Kühlung des betroffenen Bereichs). Die Heilung des Faserrisses dauert im Regelfall zwischen vier und sechs Wochen. Nach einer etwa einwöchigen Schonphase kann aber nach Absprache mit dem Arzt mit Bewegungen begonnen werden, wenn sie keine Schmerzen bereiten. Sanfte Bewegung regt den Stoffwechsel im betroffenen Bereich an, was den Heilungsprozess unterstützt.

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Ermüdungsbruch Behandlung

Der Orthopäde nennt den Ermüdungsbruch auch Stressfraktur, wobei es sich bei einer Fraktur um einen Knochenbruch handelt. Innerhalb des Knochens befindet sich ein schwammartiges Gerüst, das aus feinen Knochenbälkchen besteht. Bei einer chronischen Überbelastung kommt es zunächst zu winzigen Frakturen dieser Knochenbälkchen. Wenn der betroffene Bereich dann weiterhin belastet wird, ohne dass sich der Knochen davon erholen kann, kommt es in der Folge zu einer Ermüdungs- bzw. Stressfraktur.

Umgangssprachlich wird der Ermüdungsbruch am Fuß auch als „Marschfraktur“ bezeichnet. Ihr Name kommt nicht von ungefähr, denn ein langer Marsch setzt insbesondere die Fußknochen einer hohen Dauerbelastung aus. Das Phänomen wurde von einem Militärarzt beobachtet und systematisch erfasst, der die Knochenbrüche häufig bei jungen und untrainierten Rekruten entdeckte. Außerhalb der militärischen Ausbildung handelt es sich dabei fast immer um eine Sportverletzung, die gehäuft bei Fußballern, Leichathleten und Läufern auftritt. Aber Ermüdungsbrüche können auch Knochen an fast jedem anderen Körperteil betreffen. Diese Frakturen kommen dann aber häufiger in Verbindung mit Erkrankungen wie Osteoporose vor. Hier sind Frauen häufiger betroffen als Männer, was auch mit dem Hormonhaushalt, dem Alter und der Ernährung zusammenhängen kann.

Bei einer Marschfraktur haben die Patienten besonders starke Schmerzen im Vor- und Mittelfuß. Am häufigsten sind hier der zweite oder der dritte Mittelfußknochen beeinträchtigt. Zudem nehmen die Beschwerden unter Belastung zu, was in der Regel für alle Ermüdungsbrüche gilt. Am betroffenen Körperbereich kommt es zu druckschmerzhaften Schwellungen. Bevor es zum Bruch kommt, sind die Beschwerden allerdings mäßig. 

Eine Stressfraktur ist besonders tückisch, denn normalerweise lassen sich Knochenbrüche leicht in einer Röntgen-Aufnahme erkennen. Diese besondere Sportverletzung dagegen wird häufig erst in der sogenannten periostalen Phase sichtbar. Das heißt, dass sie erst auffällt, wenn der Knochen sich bereits wieder beginnt neu zu bilden, also die eigentliche Heilphase schon eingetreten ist. Um aber die richtige Behandlung ableiten zu können, braucht der Orthopäde zuvor die richtige Diagnose. Zur Unterscheidung mit anderen Erkrankungen bietet sich also ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) an. Hier kann auch ins Innere des Knochens geblickt und somit die Fraktur besser erkannt werden. Bei einem Stressbruch verschiebt sich der Knochen häufig nicht. Das erschwert zwar die Suche nach der Ursache, jedoch kommen die Patienten so in der Regel an einer Operation vorbei. Gegen die Schmerzen helfen dann Medikamente, unterstützend wirkt auch physikalische Therapie.

Zunächst muss die auslösende Ursache des Ermüdungsbruchs unverzüglich eingestellt werden. Beim Sport heißt das erst einmal eine strenge Pause. Die betroffene Stelle wird mit Hilfe einer Schiene oder durch einfache Entlastung ruhig gestellt. Diese Frakturen heilen etwa nach vier bis sechs Wochen aus. Wenn danach zum Beispiel beim Laufen weiterhin Schmerzen auftreten, gilt es den Bereich wieder zu schonen und die Beschwerden mit einem Arzt oder Therapeuten zu besprechen. Bei gesunden Menschen ohne Vorerkrankungen kann nach Abklingen der Schmerzen wieder mit dem Sport begonnen werden. Dennoch sollten auch weitere Faktoren zuvor unbedingt abgeklärt und gegebenenfalls behoben sein, wie der mögliche Einfluss eines Nährstoffmangels.

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Schleimbeutelentzündung Behandlung

Schleimbeutel (lat. Bursa synovialis) sind kleine mit Flüssigkeit gefüllte Säckchen aus Bindegewebe. Sie finden sich überall dort im Körper, wo der Bewegungsapparat erhöhter Belastung ausgesetzt wird. Ihre Aufgabe ist es, Druck und Reibung zu mindern. Die Schleimbeutel haben also eine Pufferfunktion. Es gibt Haut-, Sehnen- und Bandschleimbeutel, wobei einige angeboren sind und andere erst im Laufe des Lebens neu hinzu kommen. Wie der Name es schon vermuten lässt, handelt es sich bei der Schleimbeutelentzündung (Bursitis) um eine heftige körperliche Entzündungsreaktion an diesen Bindegewebssäckchen. 

 

Im Allgemeinen reagiert der menschliche Körper immer dann mit einer Entzündung, wenn sich das Immunsystem gegen Krankheitserreger zur Wehr setzen muss. Dementsprechend kann eine Infektion mit Bakterien die Ursache der Schleimbeutelentzündung sein. Krankmachende Partikel können beispielsweise in Folge einer offenen Sportverletzung in den Körper eindringen und an dieser Stelle eine Entzündung des umliegenden Gewebes wie der Schleimbeutel hervorrufen. Diese Erreger können sich zudem dort festsetzen, sodass manchmal noch Jahre nach dem auslösenden Ereignis weiterhin Entzündungsreaktionen auftreten. Weil die Schleimbeutel im Sport und Alltag starken Reizungen ausgesetzt werden, entzünden sie sich aber auch oft ohne eine Infektion. Der Körper reagiert somit auf eine Überbelastung. Jogger haben häufig mit Entzündungen an Knien oder Achillessehne zu kämpfen, bei Tennisspielern ist dagegen eher der Bereich der Schultern betroffen.

 

Die Bursitis ist in der Regel äußerst schmerzhaft. Am häufigsten sind Regionen in Gelenknähe betroffen. An diesen Stellen ist dann der Bewegungsspielraum eingeschränkt, denn in den Bindegewebssäckchen sammelt sich mehr Flüssigkeit als normal. Daher ist es typisch, dass sich der Schmerz bei Bewegung verschlimmert. Häufig sind die Schmerzen auch in Ruhe spürbar und strahlen in die angrenzenden Körperregionen aus. Der Orthopäde kann hierdurch Schwierigkeiten haben, die Entzündung eindeutig zu erkennen. Wenn keine Überbelastung, sondern eine Infektion der Grund für die Schleimbeutelentzündung ist, können außerdem Fieber und Abgeschlagenheit auftreten.

Der Orthopäde erkennt die Entzündung durch die Testung des Bewegungsspielraums eines Gelenks, indem er das schmerzende Körperteil mit dem beschwerdefreien Gegenstück vergleicht. Zudem tastet der Arzt die betreffende Stelle ab, denn bei Druck auf den Schleimbeutel verstärken sich die Schmerzen. Außerdem wird oft gefragt, ob in der Vergangenheit eine Sportverletzung vorgefallen ist. Wenn der Körper mit einer Infektion zu kämpfen hat, kann dies durch eine Untersuchung des Blutes überprüft werden.

Tritt die Bursitis zusammen mit einer Sportverletzung auf, muss auf jeden Fall auch erst einmal abgewartet werden, bis die Hauptursache ausgeheilt ist. Weil es viele unterschiedliche Gründe für eine Entzündung der Schleimbeutel geben kann, gibt es keine allgemeingültige Empfehlung hierzu. Grundsätzlich sollte bei einer akuten Entzündung kein Sport getrieben werden, was auch die Schmerzen verhindern würden. Sobald die Schmerzen abgeklungen sind, kann normalerweise nach etwa zwei Wochen wieder langsam mit dem Sport begonnen werden. Durchschnittlich kann nach vier Wochen wie gewohnt trainiert werden. Kehren die Probleme zurück oder chronifizieren sie sich, sollte auf eine schonendere Sportart wie Schwimmen oder Aquajogging ausgewichen werden.

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Kapselverletzungen Behandlung

Muskeln, Sehnen und Bänder kennt vermutlich jeder. Doch zum Bewegungssystem gehören auch die Kapseln. Die Gelenkkapsel (Capsula articularis) ist eine bindegewebige Hülle, die sich um sogenannte „echte“ Gelenke befindet. Sie legt sich lückenlos um die Gelenkhöhle. In ihr befindet sich Gelenkflüssigkeit (Synovia). Einerseits soll die Kapsel das Gelenk abschirmen und schützen, andererseits bewirkt die Flüssigkeit darin Stoffwechselprozesse. So wird das Gelenk auf natürliche Weise von Abrieb durch Gelenkbewegungen gereinigt. Kommt es zu einer entsprechenden Sportverletzung, sind Dehnungen oder Risse der Kapsel üblich. 

Es gibt verschiedene Erkrankungen, unter der die Gelenkkapsel leiden kann. Es können darüber hinaus auch spezifische Entzündungen durch Rheuma entstehen. Der Orthopäde sollte insbesondere an eine Kapselverletzung denken, wenn das Gelenk einen instabilen Eindruck macht. Das bedeutet, dass der Patient zum Beispiel im Stehen schnell wegknickt. Grundsätzlich kann aber ein Kapselriss oder eine Kapseldehnung natürlich an jedem Gelenk vorkommen, weshalb es im Sport oft zu solcherlei Problemen kommt. Oft sind Finger und Sprunggelenke betroffen. Deswegen sind Mannschaftssportarten wie Handball, Fußball oder Basketball prädestiniert, sich Verletzungen an den Gelenkkapseln zuzuziehen. 

Innerhalb der Gelenkkapsel sind sehr viele Nervenendigungen eingelagert. Deswegen ist diese Sportverletzung außerordentlich schmerzhaft. Nach einer Überbelastung können Schwellungen auftreten. In der Regel ist die Kapsel beeinträchtigt, wenn zeitgleich eine Verstauchung oder Verrenkung vorliegt. Eine Verletzung der Kapsel führt ebenso dazu, dass die Region um das betroffene Gelenk sehr warm ist und das Gelenk starke Einschränkungen hinsichtlich der Beweglichkeit zeigt.

Für Kapselverletzungen sind auffällige Hämatome typisch, also Blutergüsse rund um ein Gelenk. Allerdings kann eine Dehnung oder ein Riss der Kapsel auch vorliegen ohne dass ein blauer Fleck erscheint. Zusammen mit dem Kapselriss treten häufig auch Muskelfaserrisse oder Bänderrisse auf. Der Orthopäde versucht also zunächst durch ein Gespräch zu erfahren, ob der Patient sich beim Sport verletzt hat oder ein Unfall passiert ist. Der Arzt fragt auch nach der Art des Schmerzes, denn in der Regel folgt auf einen stechenden Schmerz oft ein eher pulsierender Schmerz. Grundsätzlich ist die Diagnose schwierig, weil Beeinträchtigungen der Kapsel häufig mit anderen Verletzungen zusammen kommen. Durch eine Ultraschalluntersuchung lassen sich Bänderrisse ausschließen, wodurch sich der Arzt zum richtigen Befund vortasten kann. Beim Röntgen lässt sich eine Beeinträchtigung der Gelenkkapseln normalerweise nicht eindeutig feststellen, weshalb in schweren Fällen auch ein MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) zur Diagnose möglich ist. Das Gelenk sollte nach der Verletzung zunächst mehrere Tage oder Wochen geschont werden. Eis hilft, um Schwellungen zu kühlen. Damit das betroffene Gelenk nicht zu stark anschwillt, empfehlen sich Kompressionsverbände. Damit die Durchblutung im betroffenen Bereich vereinfacht wird, sollte das Körperteil möglichst oft hoch gelagert werden.

Leider handelt es sich bei einem Problem mit der Gelenkkapsel um eine langwierige Angelegenheit. Der Arzt verordnet dann zunächst eine Ruhigstellung. Normalerweise dauert es mindestens sechs Wochen, bis die Verletzung ausgeheilt ist. Kühlen und abschwellend wirkende Medikamente können den Prozess unterstützen. Eine Kapselverletzung sollte unbedingt adäquat behandelt werden, um das Risiko von Folgeerkrankungen wie Arthrose zu minimieren.

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Luxation Behandlung

Das Wort Luxation leitet sich aus dem Lateinischen ab. "Luxare" bedeutet dabei so viel wie "verrenken". Damit beschreibt es das, was im Volksmund als Verrenkung bezeichnet wird. Sie kann prinzipiell an jedem Gelenk auftreten, wenn Gelenke aus ihrer Position kommen. Man spricht deswegen auch häufig vom Auskugeln eines Gelenks. Besonders häufig ist hierbei die Schulter betroffen, ebenso an Ellebogen, Knie und Sprunggelenke. Die Luxation stellt immer eine starke Schädigung eines Gelenks dar, weil dabei sich nicht nur der Knochen bewegt. Auch Bänder und andere bindegewebige Strukturen sowie Muskeln können dabei stark überdehnt werden.

Die Verrenkung der Schulter geschieht am häufigsten in Folge eines Sturzes vom Fahrrad. Tritt eine Überdehnung mit einer Luxation der Fingergelenke auf, sind sie in der Regel die Folge einer Sportverletzung im Volleyball oder Handball. Auch Kiefergelenksluxationen sind denkbar. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Kiefer aufgrund eines Schlages im Boxen aus seiner Position gerät. Eine Verrenkung ist auch sehr häufig die Folge eines Unfalls (traumatische Verrenkung). Allerdings gibt es auch angeborene und chronische Formen. Für diese gibt es eventuell abweichende Empfehlungen hinsichtlich der Diagnosestellung oder Behandlung.

Die Verrenkung ist in der Regel sehr schmerzhaft und tritt oft in Folge eines starken Traumas auf. Weil das Gelenk hierdurch aus seiner Position gerissen wurde, ist das Gelenk in der Regel nur noch sehr eingeschränkt beweglich. Bei der Verrenkung handelt es sich um einen Notfall! Es kann vorkommen, dass die Körperbereiche unterhalb der ausgekugelten Stelle blass werden oder sich blau verfärben. Dann kann es sein, dass Blutgefäße abgeklemmt oder verletzt wurden. Es sollte daher stets umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Der Orthopäde erkennt die Verrenkung in der Regel sehr schnell. Neben der Schonhaltung, die sein Patient einnimmt, gibt es sichere Anzeichen für die Sportverletzung. Das betroffene Gelenk ist offensichtlich deformiert. Dennoch ist es manchmal möglich, dass das Gelenk sich noch scheinbar richtig bewegen lässt. In diesen Fällen kann die Verrenkung leichter übersehen werden. Ist das Auskugeln die Folge eines Sturzes oder Unfalls, sollte der Orthopäde versuchen, das Gelenk so schnell es geht wieder einzurenken. Das kann unter Umständen sehr schmerzhaft für den Patienten werden. Deswegen gibt es auch die Möglichkeit, Sedierungen oder Narkosemittel zu verabreichen. Danach wird das betroffene Gelenk ruhig gestellt. Bei der Schulter geschieht dies mit einer entsprechenden Bandage. Dabei wird der Unterarm im 90 Grad Stellung in Nähe des Körpers fixiert.

Insgesamt hat die Verrenkung sehr gute Heilungsaussichten. Trotzdem bleibt das betroffene Gelenk zunächst für mehrere Wochen ruhig gestellt. Im Zuge von Krankengymnastik und Physiotherapie wird danach zunächst versucht, die umliegenden Muskeln wieder aufzubauen. So sollen sie das Gelenk zukünftig stabilisieren. Die genaue Therapie und Trainingspause bemisst sich aus der Ursache und dem Zusammenhang mit weiteren Verletzungen. In der Regel sollte der Heilungsprozess nach spätestens zwölf Monaten abgeschlossen sein. Vorher muss umbedingt mit dem Arzt oder Therapeuten besprochen werden, wann und wie ein Einstieg ins Training erfolgen kann.

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Frozen Shoulder Behandlung

Bei der Frozen Shoulder handelt es sich um eine Schultersteife. Sie wird so genannt, weil sie das Gelenk nicht mehr bewegen lässt - es ist wie eingefroren. Im Gegensatz zu einer Blockierung der Schulter ist die Bewegung in alle drei möglichen Bewegungsrichtungen stark eingeschränkt. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein Syndrom. Dabei kommen bestimmte Symptome zusammen und bilden so ein kombiniertes Krankheitsbild. Man unterscheidet sie je nach dem, ob die Ursache bekannt ist, in verschiedene Formen.

Für eine Frozen Shoulder gibt es verschiedene Ursachen. Der Begriff bezeichnet nur die Tatsache, dass sich das Gelenk nicht mehr bewegen lässt. Es handelt sich aber seltener um eine richtige Sportverletzung. Häufiger hängt die Entstehung dieser Störung mit dem Alter zusammen. Sie wird häufig durch degenerative Veränderungen hervorgerufen, also durch natürliche Abbauprozesse im Gelenk. Dann spricht man im Zusammenhang mit der Gelenksteifigkeit von der primären Form. Aber eine Vorerkrankung begünstigt die Entstehung, weshalb sie vermehrt nach einer bereits vergangenen Sportverletzung an der Schulter auftreten kann. Außerdem gibt es noch die sekundäre Form. Hier kann beispielsweise ein schwerer Sturz für das Syndrom verantwortlich sein. Kommt es also im Reitsport oder beim Skifahren zu einem Unfall, kann bei einer Verletzung der Schulter eine Frozen Shoulder auftreten.

Die Bewegungseinschränkung bei der eingefrorenen Schulter ist hauptsächlich durch den starken Schmerz bedingt. Die sogenannte Einfrierphase beginnt oft mit extrem starken Schmerzen, die den Betroffenen scheinbar ohne Auslöser überfallen. Dann wird die Schulter immer stärker in ihrer Bewegung eingeschränkt. Sie scheint regelrecht zu versteifen. Danach gibt es eine Plateau- bzw. Gipfelphase, während der die Schmerzen nach und nach verschwinden. Dennoch bleibt die Schulter eingeschränkt und lässt sich kaum bewegen. In der Abklingphase (Auftauphase) nimmt die Schulter wieder immer mehr an Funktion zu und erreicht wieder annähernd normale Bewegungsausmaße. 

Der Orthopäde fragt nach, in welcher Situation und auf welche Weise die Beschwerden erstmalig aufgetreten sind. Er kombiniert die genannten Symptome und führt Beweglichkeitstests der Schulter durch. Bei degenerativen Erkrankungen oder Verletzungen kann er das betroffene Gelenk auch röntgen und so einen Knochenbruch ausschließen. Im MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) sieht er Sehnen und Bänder, um die eingefrorene Schulter von anderen Verletzungen abgrenzen zu können. Die Behandlung und Therapie erfolgt im Anschluss je nach Form. Am häufigsten tritt die primäre Schultersteife auf. Ihr liegt keine erkennbare Ursache zugrunde. Die Behandlung stützt sich dann auf die Beseitigung der Auswirkungen. Die sekundäre Schultersteife ist dagegen die Folge einer Verletzung oder Krankheit, die der Orthopäde gezielt therapieren kann.

Die Bewegungseinschränkungen und Schmerzen können je nach Person stark variieren. So sind extrem langwierige Heilungsveräufe möglich. Patienten berichten von einer Abheilungsdauer zwischen ein bis zwei Jahren. Weil die Ursachen individuell verschieden sind, sollte eine Sportpause jeweils mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten abgesprochen werden. Oft ist es vielmehr aber so, dass eine Bewegung ohnehin nicht möglich ist und sich die Pause vom Sport aus dem Verlauf ergibt. 

Ursachen, Diagnose und Behandlung

Adduktorenverletzung Behandlung

Bei einem Adduktor handelt es sich um keinen krankhaften Zustand, sondern um einen bestimmten Muskel. Der Name leitet sich aus dem Lateinischen ab und gibt Aufschluss über seine Aufgabe als Teil des gesamten Bewegungsapparats. Demnach bedeutet „adducere“ so viel wie „hinführen“ oder „hinziehen“. Adduktoren sind für das Heranziehen (Adduktion) eines Körpergliedes verantwortlich. Ihre Gegenspieler sind die Abduktoren (Abspreizer). Wie alle Muskeln kann auch der Adduktor von einer Sportverletzung betroffen sein, wobei einzelne Bereiche je nach Verlauf und Lage unterschiedlich anfällig hierfür sind.

Bei einer Verletzung der Adduktoren kann man grob drei Schweregrade unterscheiden. Möglich sind Überdehnungen (1) oder Zerrungen (2) der entsprechenden Muskeln, zudem besonders starke Zerrungen oder Muskelfaserrisse (3). In den meisten Fällen betrifft eine Sportverletzung die Adduktorengruppe auf der Innenseite des Oberschenkels. Im Volksmund sagt man auch oft Leistenzerrung dazu. Im Fußball und Hockey wird dieser Bereich ungewöhnlich stark belastet, weshalb in diesen Sportarten eine Adduktorenverletzung gehäuft vorkommt. Je nach der genauen Ausprägung kommen verschiedene Faktoren als Ursache zusammen.

Eine Überdehnung wird oft mit Verspannungen oder Krämpfen verwechselt, denn Schmerzen treten eher vor oder nach dem Sport auf. Ganz im Gegensatz zu einer Zerrung. Bei einer Zerrung hat der Betroffene auch unter Belastung Beschwerden, die je nach Schwere sehr intensiv sein können. Der Muskel reagiert mit Druckschmerzen. Kommt es zu einem Muskelfaserriss, wird die Bewegung des betroffenen Areals praktisch unmöglich. Viele benötigen dann Hilfe beim Gehen. Der Schmerz tritt plötzlich unter einer Belastung auf und wird als brennend sowie stechend beschrieben.

Bei schwerwiegenden Adduktorenverletzungen treten unmittelbar während der Belastung starke Beschwerden auf, sodass der Arzt durch Rekonstruktion des Hergangs einen Verdacht erhalten kann. Durch das Anfertigen von Ultraschall-Bildern lässt sich die Diagnose sichern. Seltener ist die Untersuchung im MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie), weil gerade der Muskelfaserriss im Ultraschall gut erkennbar und ein MRT sehr aufwendig ist. Operationen oder Punktionen können im Einzelfall notwendig sein. Der Orthopäde überweist betroffene Patienten üblicherweise zur Physiotherapie (Krankengymnastik). Mit passiven Methoden wie Massagen oder Wärmebehandlungen wird zunächst versucht, den Stoffwechsel im Muskel anzuregen. Sobald die Beschwerden nachlassen, kann versucht werden, den Muskel mit aktiven Übungen wieder an eine Belastung heran zu führen. Neben dem Ausheilen der Sportverletzung ist das Ziel, den betroffenen Bereich so aufzutrainieren, dass er zukünftigen Belastungen besser widerstehen kann.

Insbesondere Profisportler sind überdurchschnittlich oft von Zerrungen und Muskelfaserrissen geplagt. Bei ihnen sind die Adduktoren für gewöhnlich sehr gut trainiert, weshalb eine Verletzung meist durch die spezielle Belastungen im Sport hervorgerufen wird. Wann also wieder damit begonnen werden kann, muss daher der Orthopäde oder Physiotherapeut individuell und je nach Schwere der Verletzung entscheiden. Üblicherweise muss bei einer Überdehnung oder leichteren Zerrung etwa zwei bis vier Wochen pausiert werden. Bei einem Muskelfaserriss können es sogar bis zu acht Wochen sein. Belastet man den Muskel nämlich zu früh, ist die Gefahr sehr groß, dass es wieder zur selben Verletzung kommt und sich die Heilungsphase noch komplizierter als zuvor gestaltet.